Montag, 21. April 2014

Granada / "Stadt des Granatapfels"

Granada ist eine Stadt der Muße, eine Stadt der Betrachtung und Phantasie, eine Stadt, in der welcher der Verliebte besser als in irgendeiner anderen den Namen seiner Liebe in den Sand schreibt. Granada ist gemacht für Traum und Träumerei. (Federico Garcia Lorca aus "Spanische Geisteswelt, Fritz Schalk).
Ja, ich kann dem nur meine Zustimmung geben, denn auch ich empfinde Granada als eine Stadt der Phantasie: Wie wäre diese Stadt ohne Regen? Was wäre die Stadt ohne den Geliebten mit dem ein Kuscheln im Bett möglich ist, um die Kälte zu ertragen.

„Gib ihm ein Almosen, Frau, denn nichts in der Welt, nichts, ist schlimmer als blind zu sein in Granada.“ (Sprichwort)

Bei Sonnenuntergang auf dem Albaicín zu stehen, im Angesicht der Alhambra und der Sierra Nevada, das ist ein Fest für die Sinne, ein "Anblick, von dem Menschen aus dem Norden sich keine Vorstellung machen können". (Théophile Gautier).
Quien no ha visito Grandada, noha visito nada. - Wer Granada nicht gesehen hat, hat gar nichts gesehen.

Es scheint mir ich bin gegen diese Stadt immun. Der Funke dieser Schwärmerei der Dichter und Autoren ist auf mein Herz nicht über gesprungen.

 
Das heutige Regenprogramm war die Besichtigung der Catedral Santa Maria de la Encarnación. Die Kombination des in der Gotik verpflichteten Grundrisses mit Vollendung in der italienischen Renaissance vermittelte mir keine Disharmonie. Die Katholischen Könige Isabella und Ferdinand wollten ein Denkmal zum Sieg über die Mauren setzen. Beides ist ihnen gelungen.



Der Regen und die Kälte machten Angriff auf meine Glieder. Abbruch des Ausfluges in die Albaicin (alter Stadtteil der Mauren) noch bevor begonnen hat. Im Hostal verkroch ich mich unter die wärmende Decke und widmete mich meiner veralteten Wiener Zeitung.
Am frühen Abend endeten der Regen und meine Rast im Bett.

Der Himmel zeigte Erhellung und am Mirador de San Nicolás erstrahlte die Alhambra im schwachen Abendsonnenschein in dem Rot deren Namen sie verliehen bekam. Diese Ansicht schloss meinen inneren Frieden mit der Stadt, deren Hysterie der vermeintlichen Schönheit ich nicht verstehen konnte, mir nun klar vor den Augen lag.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen