Anreisen mit Ankommen
Abflugmodalitäten, wie immer
eine Erniedrigung. Mein gut gepacktes und geordnetes Handgepäck musste von mir an
der Sicherheitskontrolle in drei Plastikboxen aufgeteilt werden. Das
Durchschreiten des Triumphbogens habe ich ohne Pieps nicht geschafft. Ich wurde
von einer netten uniformierten Frau im Schritt und am Busen betastet, nach
dieser äußerst unerotischen Berührungen mussten noch meine Schuhe in einem
dunklen Kasten einen Test bestehen. Meine befüllten Plastikboxen passierten den
Kontrolltunnel anstandslos. Die Handtasche war ein Unsicherheitsfaktor und musste
ausgeräumt werden. Das Objekt der Aufregung war meine winzige Nagelfeile. Sie
wurde abgemessen und im Anschluss als
„Save“ wieder zurückgegeben.
Neben
mir wurde ein mutmaßlicher Terrorist im Alter von zweieinhalb Jahren seiner
Trinkflasche entledigt und das geschah nicht ohne Protest und lautem Geschrei
von jungem Terroristen, Terroristenmutter und Sicherheitskraft. Der uniformierte
Beamte siegte.
Es sind 134 km von Malaga nach Granada, laut
Google-Maps sind das 1 Stunde und 26 Minuten Fahrzeit. Das Mietauto flog sanft
auf der Autobahn und war zur errechneten Zeit tatsächlich in Granada. Weitere 3
Stunden inklusive einer kleinen Kaffeepause kostete die Suche nach dem Hostal
Ninfa. Die Geschichte des berühmten, hilfsbereiten und nützlichen Navigators
spare ich an dieser Stelle völlig aus.
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| la ventana |
Der Erschöpfung hingebend legte ich mich ins Bett
meines neu bezogenen Zimmers und starrte aus der Tür des französischen Balkons.
Zu sehen ist ein Haus mit Fenster deren Einblicke mit einer Jalousie geschützt
sind. Die Fassade ist gelb bis ocker und der obere Teil des Fensters zeigt eine
weibliche Verzierung. Es erhebt sich ein Frauengesicht und blickt blind wie das
Fenster. Wie magisch zogen mich die leeren Augen an. Meine Augenlieder wurden
schwerer und schwerer bis sie wie die vis-á-vis Jalousie den Einblick in mein
Inneres verwehrten und zuklappten. Ich gleite ins Land der Traumlosigkeit.
Meine Ohren holten mich wieder in die Realität zurück und ließen mich immer
wieder und immer wieder Gummireifen quietschen hören. Dieses Geräusch wirkte
bedrohlich. Darf auf diesem Untergrund nicht gefahren werden? Ist der Fahrer
des Vehikels mächtig? Oder ist es einfach nur eine normale Geräuschkulisse?
Kühle Luft aus der offenen Balkontür ließen mich aus dem Bett flüchten. Es wird
Zeit für die Nachtbesichtigung.
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| Palacio de Generalife |
Die Tore der Alhambra öffneten sich für einen
eineinhalb stündigen Spaziergang durch den Palacio de Generalife
(Sommerplalast) mit seinen berühmten Gärten. Der Name kommt aus dem Arabischen
und bedeutet Garten des (Gott) Erkennenden. Meine Augen hatten sich weit mehr
erwartet als letzten Endens meine Nase angeboten bekam. Die Düfte der Blumen
und Blüten waren berauschend sinnlich und unbeschreiblich süß. Ich war im
Paradies der Gerüche.
Auf dem Weg zum Hostal Ninfa kreuzten sich die
Wege mit der Osterprozession. Frauen, in schwarzer Kleidung und mit typisch
spanischem Haarschmuck, sowie Männer in aufwendigen roten oder blauen Roben mit
dazupassender Spitzmütze, die das Gesicht völlig verbargen, begleiteten die
Heilige Maria Mutter Gottes auf dem Weg durch Granada. Zwei Musikkapellen
spielten gleichzeitig in Disharmonie und mit selbstbewusster Lautstärke.
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